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Geschrieben von greenwhitebobo am 10.11.2009 um 21:10:

traurig Robert Enke tot

Ich weiß nicht, ob es hier schon irgendwo gepostet wurde, falls ja: bitte dichtmachen...
dachte nur, es interessiert sicher die Fußballfans hier:

Bericht von Spiegel Online



Geschrieben von brando am 10.11.2009 um 21:13:

  RE: Robert Enke tot

=? =? =?



Geschrieben von vaquero am 10.11.2009 um 21:15:

 

unfassbar!



Geschrieben von greenwhitebobo am 10.11.2009 um 21:20:

 

ja, so ging es mir auch gerade, als ich über die Nachricht gestolpert bin.
Hab erst mal bei meinen Eltern angerufen und gefragt, ob das stimmt, hier in Amerika bekommt man ja normalerweise sowas nicht mit. Die wussten noch gar nichts davon und waren genauso geschockt...



Geschrieben von Pfefferminza am 10.11.2009 um 21:28:

 

Das darf doch nicht wahr sein... unglücklich



Geschrieben von vaquero am 10.11.2009 um 21:31:

 

die arme frau!
erst die kleine tochter verloren und dann den ehemann.

ich bin völlig geschockt



Geschrieben von greenwhitebobo am 11.11.2009 um 05:29:

 

Robert Enkes Berater hat mittlerweile einen Selbstmord bestaetigt, die Polizei hingegen haelt sich mit solchen Aussagen noch zurueck. Auf einer eimprovisierten Pressekonferenz wurde allerdings der Unfallhergang genauer erklaert:

Zitat:
Demnach habe Enke sein Auto am Dienstagabend etwa zehn Meter von den Gleisen entfernt abgestellt, berichtete der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Stefan Wittke. Der 32-jährige Enke habe sein Portemonnaie auf dem Beifahrersitz des nicht verschlossenen Wagens liegenlassen. Anschließend muss Enke mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen sein, bevor er von dem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug RE 4427 erfasst wurde.


Quelle Spiegel Online



Geschrieben von kiwi am 11.11.2009 um 09:32:

 

Ich bin total geschockt. Was muß nur in ihm vorgegangen sein das er keinen Ausweg mehr sah? Er hatte mit seiner Frau doch erst ein kleines Mädchen adoptiert. traurig



Geschrieben von lundi96 am 11.11.2009 um 10:29:

 

Ich kannte ihn nicht, finde so was aber auch immer schlimm. Wenn man sich vorstellt, daß jemand so verzweifelt ist. Von den Zurückgebliebenen ganz zu schweigen, zumal die Tochter ja schon vorher gestorben war.

Aber ich denke, daß sich einige Leute aus seinem Umfeld dieser Gefahr bewußt waren, denn ich habe eben im Radion gehört, daß er gestern nachmittag nicht zum Training erschienen ist und daraufhin wurde die Polizei verständigt. Das würde ich als sehr drastische Maßnahme ansehen, es sei denn, man hatte berechtigten Grund zu der Annahme, daß er sich möglichweise etwas antut. Das deutet für mich darauf hin, daß Eingeweihte von irgendwelchen Problemen gewußt haben, daß er evtl. schon deshalb in Behandlung war. Macht es natürlich nicht besser, im Gegenteil, die werfen sich bestimmt alle vor, daß sie nichts unternommen haben.

Die sprachen eben auch von einem Abschiedsbrief, über dessen Inhalt aber noch nichts bekannt ist.



Geschrieben von Uschi am 11.11.2009 um 10:32:

 

was ich aber ganz schlimm finde: er hat ein acht Monate altes Adoptivkind und lässt seine Frau trotzdem allein zurück.



Geschrieben von vaquero am 11.11.2009 um 12:29:

 

Zitat:
Original von Uschi
was ich aber ganz schlimm finde: er hat ein acht Monate altes Adoptivkind und lässt seine Frau trotzdem allein zurück.



er wird sicher vorher daran gedacht - da kannst du dir sicher sein!
letztendlich war für ihn aber der weg so aussichtslos, dass er einfach nicht mehr konnte/wollte.

vor einiger zeit hat sich auch ein sportkamarad das leben genommen. auch er war in psycholgischer behandlung, aber man hat als freund überhaupt keine chance einen selbstmord zu verhindern, denn diese person lässt sich überhaupt nix anmerken - im gegenteil, er war meist gut gelaunt und immer für einen flotten spruch zu haben, obwohl er in behandlung war.

im nachhinein stellte sich heraus, das diese person den selbstmord genau geplant. wann, wo und wie....... am tag vorher hat er sich nicht anders verhalten als sonst auch. man hat leider keine chance zu helfen, denn diese personen sehen einfach nur noch einen ausweg.......



Geschrieben von Pfefferminza am 11.11.2009 um 12:52:

 

Vaquero, das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. unglücklich



Geschrieben von greenwhitebobo am 11.11.2009 um 20:32:

 

Zitat:
Original von lundi96
Aber ich denke, daß sich einige Leute aus seinem Umfeld dieser Gefahr bewußt waren, denn ich habe eben im Radion gehört, daß er gestern nachmittag nicht zum Training erschienen ist und daraufhin wurde die Polizei verständigt. Das würde ich als sehr drastische Maßnahme ansehen, es sei denn, man hatte berechtigten Grund zu der Annahme, daß er sich möglichweise etwas antut. Das deutet für mich darauf hin, daß Eingeweihte von irgendwelchen Problemen gewußt haben, daß er evtl. schon deshalb in Behandlung war. Macht es natürlich nicht besser, im Gegenteil, die werfen sich bestimmt alle vor, daß sie nichts unternommen haben.


Ich glaube, es war der Präsident von Hannover 96, der gleich gesagt hat, dass er labil war und es nur nicht nach außen getragen hat, so dass die breite Öffentlichkeit nichts von seinen Problemen mitbekommen hat.
Also war es auf jeden Fall bekannt.

Tragisch, sowas.
Die Menschen in seinem Umfeld tun mir besonders Leid, weil sie mit dem Gefühl zurückgelassen werden, dass sie nichts unternehmen konnten...



Geschrieben von Julia1284 am 12.11.2009 um 18:23:

 

@Uschi:

Ich verstehe was du meinst Uschi. Aber ich glaube nicht, dass jemand, der stark depressiv ist und keinen Ausweg mehr sieht, das als Grund sehen würde weiter zu machen. Depression ist eben leider keine Stimmungsschwankung sondern eine ernst zu nehmende Krankheit. Und wenn man es geschickt anstellt, kann man andere in dem Glauben lassen, dass man nach vorn sieht obwohl es nicht so ist. Vielleicht wollte er das selbst seiner Familie nicht "antun" und sie so tief mit nach unten ziehen, wenn er wusste wie es wirklich in seinem Inneren aussah. Ich will damit auch nicht sagen, dass ich ihn verstehen kann. Das wird denke ich selbst seine Familie nie völlig können. Aber ich denke man kann nachvollziehen, wenn Eltern es nicht verkraften das eigene kleine Kind zu verlieren. Ich glaube diesen Schmerz wird man nie überwinden und er ist eben daran zerbrochen. Und selbst wenn er so viele Menschen zurückgelassen hat, denke ich nicht, dass man ihm diese Entscheidung sein Leben zu beenden, vorwerfen darf.



Geschrieben von Eva am 12.11.2009 um 18:55:

 

Ich sehe das genauso wie Julia.
Für mein Empfinden sind depressive Menschen innerlich wie abgekapselt. Sie sind erfüllt von einer Leere und Trostlosigkeit, die niemand und auch keine Vernunft- und Verantwortungsgedanken mehr vertreiben können.
Depressiv-kranke Menschen können wahrscheinlich sogar nicht einmal mehr eigene Gefühle richtig zulassen. Sie fühlen sich innerlich schon wie tot. Keine Freude mehr, keine Trauer, keine Angst mehr und kein Mitgefühl.
Mir hat mal ein Arzt gesagt, dass "sich ständig traurig und niedergeschlagen zu fühlen" keine Depression sei. Solange man noch weinen kann, ist man nicht depressiv. Wer aber nicht mehr weinen kann und still wird, um den muss man sich sorgen.



Geschrieben von Gipsy am 12.11.2009 um 20:36:

 

Zitat:
Original von Eva
Mir hat mal ein Arzt gesagt, dass "sich ständig traurig und niedergeschlagen zu fühlen" keine Depression sei. Solange man noch weinen kann, ist man nicht depressiv. Wer aber nicht mehr weinen kann und still wird, um den muss man sich sorgen.

So blöd, das klingt, irgendwie beruhigt mich das gerade.



Geschrieben von wolkenhimmel am 14.11.2009 um 22:02:

 

Was ich mich frage, ist, wieviele von den Fußballfans, die jetzt wirklich betroffen/traurig sind von/über Herrn Enkes Tod, wie reagiert hätten, wenn er sich nicht selbst umgebracht hätte und seine Depression-Erkrankung öffentlich geworden wäre. Hätten sie ihn da unterstützt, als haltbar als Nationaltorwart gehalten oder ihn lieber ersetzt? unsicher



Geschrieben von mio am 14.11.2009 um 22:42:

 

Uh, meinst du wirklich, dass er nicht unterstützt worden wäre von seinen Fans?
Wie schrecklich, das bedrückt mich richtig.
Aber wenn doch seine Leistung weiterhin gestimmt hätte, warum hätten sie ihn nicht unterstützen sollen?
Er hatte doch bereits seit vielen Jahren Depressionen (nicht erst seit dem Tod seiner Tochter) und dennoch hat er super Fussball gespielt.



Geschrieben von Mali0204 am 14.11.2009 um 22:49:

 

Zitat:
Original von vaquero
oliver kahn hat sebastin deisler nach seinem comeback in der kabine als "deislerin" tituliert! das sagt doch einiges aus!


Ich denke, dass wäre die Realität gewesen. So schlimm und unverständlich mir persönlich das auch erscheinen mag, aber ich denke die Fans (besonders die gegnerischen Fans) und auch die Mitspieler hätten nicht alle positiv reagiert!!!



Geschrieben von wolkenhimmel am 14.11.2009 um 22:54:

 

mio, das ist halt ein Gedanke, der mich beschäftigt und die Leute können schon hart sein, auch wenn man sich das natürlich nicht wünscht oder vorstellen kann. Ich glaube schon, dass es auch etliche negative Kommentare gegeben hätte, allerdings vielleicht nicht unbedingt von seinen Fans.


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