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Pfefferminza Pfefferminza ist weiblich
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Zitat:
Original von lundi96

Ich finde, man muß die Film- und Buchpersonen trennen. Es gibt zwar eine ganze Reihe Dinge, wo man das Buch ergänzend dazunehmen kann, aber gerade in den Charakteren weichen die Filmpersonen vom Buch ab, sind viel sensibler. Ich finde, der Film-Ennis wirkt absolut nicht so, als ob er bei allem in die Vollen geht, ganz im Gegenteil, er wirkt sehr zurückhaltend in allem.


Das sehe ich auch so. Sonst wäre die ganze one-shot-thing Diskussion überflüssig gewesen - das war im Buch ja ganz klar... wink

Sicherlich neigt man dazu, sich bei manchen Interpretationen mit dem Buch "weiterzuhelfen", wenn man es denn kennt - aber es ist eben vieles verändert - und ich glaube, Ang Lee ist nicht davon ausgegangen, dass die Leute, die den Film sehen, die Kurzgeschichte alle kennen...

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14.07.2010 14:04 Pfefferminza ist online E-Mail an Pfefferminza senden Beiträge von Pfefferminza suchen Nehmen Sie Pfefferminza in Ihre Freundesliste auf

Pfefferminza Pfefferminza ist weiblich
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Sorry für OT, aber - Luuuuuundiiii - Dein Postfach ist voll...

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14.07.2010 14:59 Pfefferminza ist online E-Mail an Pfefferminza senden Beiträge von Pfefferminza suchen Nehmen Sie Pfefferminza in Ihre Freundesliste auf

lundi96 lundi96 ist weiblich
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Das sehe ich auch so, in aller Regel kennt man ja auch die Buchvorlage nicht. Und das mit der One Shot Diskussion ist ein absolut schlagendes Argument.

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14.07.2010 15:15 lundi96 ist offline E-Mail an lundi96 senden Beiträge von lundi96 suchen Nehmen Sie lundi96 in Ihre Freundesliste auf

Kessi Kessi ist weiblich
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@Minza

Das Kurzgeschichte und auch der Abschnitt "Verfilmt werden" gibt aber einen guten Einblick in das Leben in Wyoming zu dieser Zeit...gerade in dem Abschnitt "Verfilmt werden" erklärt Annie wieso sie die eine oder andere Sache gerade SO geschrieben hat und beruft sich dabei auf Zeitzeugen.

Sicherlich hat Ang Lee in seinem Film die eine oder andere Sache dazu getan, trotz allem muss er sich bei einem sozialkritischem Film, selbst wenn es um eine fiktive Geschichte geht an die Realität in der damaligen Zeit halten...er muss die Gesellschaft spiegeln.
Einen guten Autor sowie einen guten Regisseur macht ja letztendlich aus das er darin keine Fehler macht sondern ordentlich recherchiert.


@Lundi

Ich würde dem Wort Sünder jetzt gar nicht so eine große Bedeutung beimessen, die Männer führen ja hier kein ernsthaftes Gespräch sondern flachsen nur rum.
Ennis Leben war ja bis dahin nicht einfach, er ist immer hin und her geschoben wurden und musste sich überall anpassen, hatte immer zu tun für sein nacktes Überleben zu sorgen, es gab für ihn einfach gar keine Möglichkeit mal über die Strenge zu schlagen egal in welcher Hinsicht.
Auf der anderen Seite war Ennis ja mit Alma verlobt und bevor sie das waren sind sie sicherlich eine Weile miteinander gegangen. Da hatte er wohl sicherlich mehr GELEGENHEIT mit einer Frau was anzufangen als Jack der solo war.

Bei allem anderen stimme ich dir 100% zu.

@Olivia

Prostitution ist ja in den USA illegal (auch heute noch) und ein Mann der sich mit einer Prostituierten einlässt macht sich strafbar..ich denke das hätte der so regeltreue Ennis sicherlich nicht riskiert.
Auf der anderen Seite war Ennis Bruder nur 3 Jahre älter als Ennis und mit 22 ja bereits verheiratet, es scheint also als wäre es bei KE genau so gelaufen wie bei Ennis...ein Mädel kennen gelernt, mit ihr eine Weile gegangen, dann haben sie sich verlobt und KE hat versucht Geld zu verdienen damit sie heiraten konnten.

Sicherlich ist das was du schreibst MÖGLICH aber ich halte es für WAHRSCHEINLICHER das ein junger Mann in dieser Zeit eher eine feste Freundin nimmt für das erste Mal.

@Wilderness

Ich persönlich denke ja das beide Männer sexuell unerfahren waren...auch Jack.
So wie Annie es in ihrem "Verfilmt werden" beschreibt wäre so eine Sache wie sie zwischen Ennis und Jack passiert in der "Zivilisation" wenig realistisch gewesen, darum hat sie das Ganze ja auch auf einen einsamen Berg verlegt...wo sie "fern neugieriger Augen und böser Zungen in eine sexuelle Beziehung geraten konnten"
Annie schreibt ebenfalls:

Den Kern von "Brokeback" bildete der schlichte aber stimmige Einfall, dass zwei einheimische Landburschen, deren Ansichten und Selbsterkenntnis Produkt ihrer Umgebung sind, sich unversehens in einer emotionalen Situation widerfinden, über die sie immer weniger Kontrolle haben...
Die zweit Hauptpersonen sollten...und selbstverständlich Schwulenhasser sein, vor allem die Figur des Ennis


Ich habe das auch im Film so gesehen. Ich finde eigentlich gar nicht das Jack mit Ennis flirtet, ich finde viel eher das Jack Ennis imponieren will.
Schon zu Anfang als er sich an sein Auto lehnt als wolle er zeigen das ER hier der Boss ist...dann die ganzen Dinge über das Rodeo, das kein Pferd Jack je abwerfen kann, das stolze Zeigen auf seine Schnalle, die Rodeodemostration usw.
Jack ist immer der "Coole" während Ennis immer sehr unsicher und schüchtern ist aber auch er punktet gern bei Jack...mit seinen Schießkünsten z.B. die er immer ganz besonders in dem Kontext herausstellt da Jack ja immer daneben schießt.
Ich finde sie wollen jeder dem anderen gefallen bzw. von dem anderen auch gern bewundert werden und das das jeder von ihnen auch macht ist Teil einer immer tiefer werdenden Freundschaft. Sie sind in ihrer Vergangenheit doch nie wirklich beachtet wurden.
Jack nicht bei seinem Vater wo er alles nur falsch gemacht hat, und Ennis ist immer nur herumgeschubst wurden.
Und nun finden sie bei dem jeweils anderen endlich den Respekt und die Anerkennung nach denen sie sich so lange gesehnt haben.
Ich denke die Liebe von Ennis und Jack trägt so viele Aspekte...sie finden so viel beeinander und miteinander und in allem passen sie so perfekt zusammen wie zwei Puzzelsteine wo eins in andere gesteckt gehört.
Oh warum hatten sie nur nie eine Chance unsicher
14.07.2010 16:42 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

Kessi Kessi ist weiblich
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Zitat:
Original von lundi96
Das sehe ich auch so, in aller Regel kennt man ja auch die Buchvorlage nicht. Und das mit der One Shot Diskussion ist ein absolut schlagendes Argument.


Naja es ist oft so das in Filmen geschichtliche bzw. gesellschaftspolitischen Hintergründe wenig beleuchtet werden...da sind Bücher immer besser finde ich.
Teilweise muss man es einfach hinterher noch mal irgendwo nachlesen.
Ich habe vor kurzem den Film "Stolz und Vorurteil" gesehen, da ging es u.a darum das ein entfernter Vetter alles erben sollte...erklärt wurde das da nichts...in der Buchzusammenfassung stand dann etwas von einem Fideikommiss, da wurde das natürlich klar.
Ich finde es ist aber auch wirklich schwierig solche Randinformation in einem Film unterzukriegen.
14.07.2010 16:56 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

wilderness wilderness ist weiblich
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Also in der "Pfingsten-Szene", nachdem Ennis zugegeben hat, dass er bisher noch nicht das Vergnügen hatte, da reicht Jack Ennis doch die Whiskeyflasche und sieht ihn so seltsam an....

Flirten ist da vielleicht nicht das richtige Wort - aber er guckt ihn an, als wolle er ihm ein unmoralisches Angebot machen. So auf die Art: Was nicht ist, kann man ja noch ändern. Rolleyes

So sehe ich das jedenfalls.

Klar will jeder dem anderen imponieren und all das - aber es kommt mir in dem Moment schon vor, als wolle Jack Ennis ein wenig "abtasten".
Deshalb und auch wegen seiner Initiative in der ersten Zeltnacht hatte ich bei Jack schon eher sexuelle Erfahrung vermutet.

Zumindest wusste Jack sehr viel früher, was er wollte und war auch bereit, das Risiko einzugehen. Ennis hätte sicherlich dahingehend nichts unternommen.

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14.07.2010 22:09 wilderness ist online E-Mail an wilderness senden Beiträge von wilderness suchen Nehmen Sie wilderness in Ihre Freundesliste auf

Olivia
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Ich will ja nicht sagen, daß Ennis Jack anlügt, als er bekennt noch nicht gesündigt zu haben. ABER Sex vor der Ehe ist nun mal für den Mann keine Sünde! Wie gesagt, ich halte es für möglich, daß er Erfahrungen hat.
Jack wirkt auf mich eher überrascht, weil Lureen so rangeht, nicht weil er nicht weiß, wie "es" geht.
Und grade Lureen ist für mich der Beweis, daß es immer Frauen gab, die so leicht "rumzukriegen" waren, sogar die Initiative übernahmen.
Sicher ist Prostitution (was ich immer nur als eine Möglichkeit gesehen hab) offiziell verboten - genauso wie Geschwindigkeitsüberschreitung, Diebstahl, Drogenhandel...

Ennis scheint mir sehr zerrissen, zwischen seinen inneren Wünschen und dem, wie er sich nach außen präsentiert. Er will Jack, aber er kann, er DARF das nicht zeigen. Er äußert einmal, daß er sogar Angst hat, die Leute könnten es ihm ansehen, daß er "anders" ist. Wenn er je Jack sagen würde/könnte, daß er ihn will, bräche sein ganzes Weltbild zusammen. Er muß diese Distanz aufrecht erhalten, um sich nicht selbst zu verlieren.
Für dieses Selbstbild versucht er eine normale Ehe zu führen, aber es gelingt nicht richtig. Als Jack wieder in sein Leben tritt, hat er die Verantwortung für seine Mädchen, er will auf keinen Fall ein schlechter Vater sein.
Aber er unternimmt große Anstrengungen, um Jack weiter sehen zu können. Im Streit am See versucht er es zu erklären: Er hat in früherer Zeit einfach seinen Job gekündigt, wenn er keinen Urlaub für ihre Treffen bekam! Darum lehnt er den Job im Elektrizitätswerk ab, den Alma ihm vorschlägt und darum kann auch Junior nach der Scheidung nicht zu ihm ziehen: er hält sich alle Optionen für die kurze gemeinsame Zeit mit Jack frei. Nur die Sache mit dem Unterhalt kann er so nicht regeln und ist dann auf die Arbeit angewiesen.
14.07.2010 22:32 Olivia ist offline Beiträge von Olivia suchen Nehmen Sie Olivia in Ihre Freundesliste auf

wilderness wilderness ist weiblich
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Jeder hat eben eine andere Sichtweise auf die Dinge, was ja auch gut so ist.

Mir kommt Ennis eben immer relativ schüchtern und unschuldig vor.
Ihn und ein "leichtes Mädchen" - das bekomme ich irgendwie nicht zusammen.

Das Sex vor der Ehe nur für die Frauen als Sünde gilt (oder galt) ist ja eh der Hammer. Unverschämtheit auch!

Klar ist Jack überrascht - weil er meiner Meinung nach eben noch keine Erfahrung mit einer Frau gesammelt hat und von Lureens Verhalten von daher mehr als überrascht ist. Grundsätzlich wird er ja wissen, wie es funktioniert - so nach dem Leben auf der Farm, mit all den Tieren.

Sicherlich haben die Beiden auch mal was Verbotenes gemacht, aber Ennis war zu zurückhaltend und Jack eher nicht interessiert an weiblichen Wesen. Also Sex mit ner Nutte schließe ich da eher aus.

Beim Rest gebe ich dir völlig Recht bzw. sehe ich das auch so.
Diese Zerrissenheit, dieses ständige Gefühl, man könnte ihm ansehen, was mit ihm los ist und dann noch die Anstrengungen, das Familienleben aufrecht zu halten und trotzdem Zeit für ihre Treffen zu finden.

Irgendwie auch kein Wunder, dass Ennis da oft so scheint, oder sich so gibt, als wäre er sauer auf Jack.
Er ist nunmal mit seinem Leben nicht zufrieden, es ist nicht gelaufen, wie er es sich vorgestellt hat, in keiner Richtung - und er gibt sicherlich nicht nur beim Streit am See Jack die Schuld, dass er so geworden ist.
Obwohl Ennis Jack liebt, kann er nicht zugeben, dass er genauso ist, wie Jack - klingt er geradezu verächtlich, wenn er sagt, dass er weiß, was es für "Jungs, wie ihn" in Mexiko gibt.

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15.07.2010 00:02 wilderness ist online E-Mail an wilderness senden Beiträge von wilderness suchen Nehmen Sie wilderness in Ihre Freundesliste auf

Kessi Kessi ist weiblich
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Olivia

Wie gesagt ich finde ja das was du schreibst durchaus möglich...mir erscheint das nur nicht sonderlich wahrscheinlich.
Nun ist es ja nicht so das alle jungen amerikanischen Männer deren Freundinnen sich dazu entschließen bis zur Ehe Jungfrau zu bleiben in einen Puff gehen oder sich anderweitig vergnügen. Ein großer Teil akzeptiert ja wenn wohl auch nicht gerade begeistert aber dennoch die Entscheidung der Freundin und wartet.
Und wieso sollte nun gerade ein schwuler Mann alle Hebel in Bewegung setzen um auf Biegen und Brechen mit irgend einer Frau ins Bett zu kommen an der er ja überhaupt gar kein sexuelle Interesse hat?
Warum sollte er das Gesetz brechen, sich einen Haufen Ärger einhandeln, mit den Regeln der Gesellschaft in Konflikt kommen, sich bei anderen unbeliebt machen nur um etwas machen zu können, von dem er sowieso froh ist wenn es ihm erspart bleibt?
Bei der Szene mit Lureen sehen wir das Jack auf ihre Annäherungen nur reagiert und keine eigene Initiative ergreift...er beschränkt sich auf das Minimus dessen was von ihm in so einer Situation verlangt wird.
Ebenso Ennis...als Alma ihm sagt sie will keine weiteren Kinder lässt er sie wie er sagt gerne in Ruhe.
Sex mit Frauen dient beiden Männer ja als Zweck, um eine Fassade aufrecht zu erhalten und um einem Bild zu entsprechen, Spaß haben sie da eher weniger dran, darum kann ich mir schlecht vorstellen warum sie sich da hätten so über alle Maßen in jungen Jahren bemühen sollen.


@Wilderness

Das eine schließt doch das andere nicht aus. Auch ein sexuell unerfahrener Mensch muss nicht zwingend schüchtern und zurückhaltend sein beim ersten Mal. Jack ist ja auf einer Ranch groß geworden und er hat sicherlich nicht nur einmal dabei zugesehen wie der Stier eine Kuh besprungen hat. Wieso sollte er da also bei seiner eigenen Sexualität gehemmt und unsicher sein?
Er war doch sonst auch ein extrovertierter, kontakfreudiger Typ der keine Scheu hatte auf fremde Menschen zuzugehen und Ennis kannte er ja schon eine ganze Weile und sie waren einander vertraut geworden.

Ich sehe zwischen Ennis und Jack immer eine Entwicklung und Ang Lee lässt sich viel Zeit diese zu zeigen...ich kann da nicht von Anfang an einen Plan von Jack entdecken...vielmehr sehe ich es so das sich SEINE Gefühle ebenso entwickeln...sie sind nicht von Anfang an da.
Zuerst sehe ich es so das Jack versucht zu imponieren...und Ennis erweist sich darin als das passende Gegenstück in dem er schüchtern und zurückhaltend wie er sich von Jack auch imponieren lässt. Wäre es anders gewesen hätte sich vielleicht so eine große Harmonie zwischen ihnen gar nicht entwickelt.
So fühlen sich sich beeinander einfach wohl...dazu kommt noch das sie harmonisch zusammen arbeiten, weil jeder auch durch sein Vorleben die nötige Erfahrung hat und jeder kann so auch die Träume es anderen verstehen...sie haben hier das gleiche Leben.
Jack ist lebhaft und so holt er Ennis aus sich raus und Ennis gefällt das...und Jack ist wieder glücklich das ihm das gelingt...sie sind einfach ein Team zwischen das kein Blatt Papier passt.
Zuerst ist das tiefe Freundschaft und dann kommt eine Sehnsucht hinzu, die Suche nach der Nähe des Anderen...denn der Sex und irgendwann ist es Liebe, eine Liebe die so stark ist das sie über Jahre hinweg und unter schwierigen Bedingungen hält.

Was die Pfingsszene angeht...ich sehe da eher weniger den ausschließlich sexuellen Aspekt obwohl er AUCH da ist...es geht viel mehr um einen Ausbruch aus den moralischen Werten in denen sie bisher gefangen waren...und passend dazu kommt diese sehnsuchtsvolle Musik.
15.07.2010 00:37 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

lundi96 lundi96 ist weiblich
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Ich habe vor kurzem den Film "Stolz und Vorurteil" gesehen, da ging es u.a darum das ein entfernter Vetter alles erben sollte...erklärt wurde das da nichts...in der Buchzusammenfassung stand dann etwas von einem Fideikommiss, da wurde das natürlich klar.
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Ich meinte damit, daß man den Film so gestalten muß, daß man ihn auch versteht, ohne die Romanvorlage zu kennen, auch wenn man ihn kürzt, weil manches nicht verfilmbar ist oder ihn ausschmückt, weil die Vorlage zu kurz ist. Die Vorlage gibt natürlich immer Zusatzinformationen, die einem vielleicht noch mehr das Verständnis erleichtern, aber es muß auf jeden Fall auch ohne das gehen. Und manchmal nützt einem die Vorlage auch nichts, weil der Film zu sehr abgeändert wurde.

Und deshalb finde ich, daß man mit Infos, die man dem Buch entnimmt, vorsichtig sein muß, wenn man sie benutzt, um etwas aus dem Film zu "beweisen". Das KANN klappen, aber EIGENTLICH müssen die Infos aus dem Film ausreichen, um diesen zu verstehen und zu interpretieren, weil kein Regisseur voraussetzen kann, daß der Zuschauer auch das Buch liest, um alles zu versehen. Und obwohl sich Ang Lee sehr an die Vorlage gehalten hat, gibt es auch manche Abweichung und da hat Ang Lee etwas eigenständiges geschaffen und da kann man dann nicht mehr mit dem Buch argumentieren. Man muß halt im Einzelfall prüfen, ob man eine Abweichung bespricht, dann kann man das Buch nicht heranziehen, oder ob etwas mit dem Buch identisch ist, dann kann man auch Zusatzinfos aus dem Buch mit berücksichtigen, die nicht im Film sind.

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von lundi96: 15.07.2010 12:31.

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Lundi, ganz genauso meine ich es auch...

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15.07.2010 12:23 Pfefferminza ist online E-Mail an Pfefferminza senden Beiträge von Pfefferminza suchen Nehmen Sie Pfefferminza in Ihre Freundesliste auf

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@Lundi

Ich denke wir reden aneinander vorbei smile

Auf der einen Seite gibt es natürlich kein Wyoming 1963 von Ang und kein Wyoming 1963 von Annie....es gibt nur eine Wyoming 1963 das real existiert hat, und das müssen schon beide auf die gleiche Art und Weise spiegeln. Sicherlich hat hier Annie die Nase vorn, weil das ihre Heimat ist und sie mit den Leuten vertraut ist die dort in dieser Zeit gelebt haben...darum finde ich es durchaus ok wenn man die Kurzgeschichte, die anderen Kurzgeschichten in dem Buch und vor allem das Kapitel "Verfilmt werden" zur Interpretation mit heranzieht.

Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich das man aus einem im Buch lebhaften Menschen einen im Film schüchternen machen kann oder aus einem rotzigen Typen einen sensiblen und weil es sich ja um fiktive Personen handelt würde man damit keinen Fehler machen.
DABEI kann man nun nicht mehr mit dem Buch argumentieren...da gebe ich dir völlig Recht.

Auf die Frage ob Ennis Sex hatte mit einer Frau vor dem Brokeback, ist die Charaktersache doch völlig irrelevant, das ist doch alles reine Spekulation weil dieser Zeitrahmen so gut wie nicht beleuchtet ist. Sowohl in dem was Annie schreibt als auch im Film deutet eigentlich alles auf das Gegenteil hin und wenn man die Gepflogenheit der Zeit anguckt dann ist das durchaus realistisch das ein Mann mit 19 eben noch Jungfrau war, weil eben die meisten jungen Frauen sexuell eher weniger offen waren und Sex vor der Ehe keinen guten Ruf hatte.
Natürlich wäre es genau so möglich und nicht unrealistisch gewesen das Ennis eine Frau getroffen hätte die es eben mit der Moral nicht so genau genommen hat und es wäre sicherlich auch möglich gewesen das Alma ihn hätte ran gelassen weil sie Angst hatte ihn sonst zu verlieren...aber so wie das in Film und Buch dargestellt wird, war das wohl nicht der Fall...und das ist auch im Rahmen der Zeit betrachtet sogar ausgesprochen gut möglich und wahrscheinlich.

Relevant finde ich die Charakteränderung in den Szenen die wir sehen können...und da geht eben der Filmennis nicht sofort zum Verkehr über sondern springt erst mal hoch und versucht Jack von sich zu schieben...und da geht eben der Filmennis nicht sofort auf Sex für einen ganzen Sommer ein sondern reitet erst mal weg um sich erst viel später (ob nun bei dem Gespräch auf dem Berg oder erst in der 2. Zeltnacht darüber scheiden sich ja die Geister) auf eine sexuelle Beziehung einzulassen...diese kleinen Änderungen tragen natürlich dem neuen Charakter Rechnung, ganz genau so wie Jack im Film eben nicht mal ganz problemlos nach Mexiko fährt sondern weinend und unglücklich.

Es ist in meinen Augen nicht so ganz passend gemacht...die Charaktere im Buch sind um Längen authentischer aber ich finde die Anpassung ist bestmöglich erfolgt. Es ging hier sicherlich darum das man einen sensiblen und einen schüchternen Mann besser verkaufen konnte und das Mitgefühl größer ist als für einen rotzigen und draufgängerischen...die Gefühle sind so tiefer weil der Charakter tiefere Gefühle hat...bzw. man das so tiefer nachempfindet.
Ja und da bin ich mit die Lundi einer Meinung...da trenne ich auch Buch und Film...aber ansonsten sind die Werke identisch, der Film baut eigentlich 1:1 auf dem Buch auf...Ang Lee wäre ja auch blöd wenn er es anders gemacht hätte...die Vorlage war doch brillant.
15.07.2010 13:37 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

Pfefferminza Pfefferminza ist weiblich
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Zitat:
Original von Kessi

Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich das man aus einem im Buch lebhaften Menschen einen im Film schüchternen machen kann oder aus einem rotzigen Typen einen sensiblen und weil es sich ja um fiktive Personen handelt würde man damit keinen Fehler machen.
DABEI kann man nun nicht mehr mit dem Buch argumentieren...da gebe ich dir völlig Recht.


Zitat:
Original von Kessi
Annie schreibt:

Earl und Rich-Dad machte so seine Bemerkungen wenn er sie sah. Die beiden waren ein Witz obwohl sie ziemlich hartgesottene Typen waren

Selbst bei offensichtlich rauen Typen war die Vorstellung die die Menschen von ihnen hatten wenn sie wussten das zwischen ihnen was lief die einer Witzfigur.
Und als solche hat Ennis sich einfach nicht gesehen...er fand einfach nicht das an ihm etwas witzig oder lächerlich wirkte.


Hier argumentierst Du aber mit dem Buch, was die Einstellung von Ennis zu Earl und Rich betrifft...

Zitat:
Original von Kessi
Auf die Frage ob Ennis Sex hatte mit einer Frau vor dem Brokeback, ist die Charaktersache doch völlig irrelevant.


Das finde ich nicht. Meiner Meinung nach macht es da einen Unterschied, ob man ein "Draufgängertyp" oder eher schüchtern und zuückhaltend ist.

Zitat:
Original von Kessi
Auf der einen Seite gibt es natürlich kein Wyoming 1963 von Ang und kein Wyoming 1963 von Annie....es gibt nur eine Wyoming 1963 das real existiert hat, und das müssen schon beide auf die gleiche Art und Weise spiegeln. Sicherlich hat hier Annie die Nase vorn, weil das ihre Heimat ist und sie mit den Leuten vertraut ist die dort in dieser Zeit gelebt haben...darum finde ich es durchaus ok wenn man die Kurzgeschichte, die anderen Kurzgeschichten in dem Buch und vor allem das Kapitel "Verfilmt werden" zur Interpretation mit heranzieht.


Das wäre dann o.k., wenn in der Filmbeschreibung stünde "Um den Film interpretieren zu können, ist es notwendig, zusätzlich die Kurzgeschichte von Annie Proulx zu lesen, und am besten auch noch "Verfilmt werden" der gleichen Autorin." Andernfalls sollte man beim Interpretieren des Films auch nur vom Film ausgehen...

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@Minza

Ich denke ich habe ganz gut dargelegt wieso ich das Hinzuziehen des Buches für sinnvoll halte. smile

Die Charaktere haben in so fern keinen Einfluss auf das Geschehen weil es sich hier um keine Interpretation sondern um Spekulation handelt.
Was uns als Information fehlt sind Ereignisse..Frauen die Ennis getroffen haben KÖNNTE, Gelegenheiten die sich geboten haben KÖNNTEN...
Ob der eine oder andere Charakter erfolgreich gewesen wäre, hängt von den Ereignissen ab. Von daher ist er irrelevant.

Earl und Rich sind in Buch und Film doch identisch...hier ist das Buch lediglich ausführlicher...ich zitiere an dieser Stelle mal lundi:



Zitat:
Die Vorlage gibt natürlich immer Zusatzinformationen, die einem vielleicht noch mehr das Verständnis erleichtern Man muß halt im Einzelfall prüfen, ob man eine Abweichung bespricht, dann kann man das Buch nicht heranziehen, oder ob etwas mit dem Buch identisch ist, dann kann man auch Zusatzinfos aus dem Buch mit berücksichtigen, die nicht im Film sind.
15.07.2010 14:47 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

Pfefferminza Pfefferminza ist weiblich
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Zitat:
Original von Kessi
@Minza

Ich denke ich habe ganz gut dargelegt wieso ich das Hinzuziehen des Buches für sinnvoll halte. smile


Ebenso gut, wie Lundi und ich, warum es nicht so ist. smile

Zitat:
Original von Kessi
Die Charaktere haben in so fern keinen Einfluss auf das Geschehen weil es sich hier um keine Interpretation sondern um Spekulation handelt.


Wie bei im Grunde allen Interpretationen...

Zitat:
Original von Kessi
Earl und Rich sind in Buch und Film doch identisch...hier ist das Buch lediglich ausführlicher...


Also sind sie nicht identisch - der entscheidende Satz kommt im Film nicht vor.

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15.07.2010 14:59 Pfefferminza ist online E-Mail an Pfefferminza senden Beiträge von Pfefferminza suchen Nehmen Sie Pfefferminza in Ihre Freundesliste auf

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Minza, ich sehe gerade nicht, was Du bei Earl und Rich anders siehst als Kessi und warum Du meinst, daß man da das Buch nicht hinzuziehen kann. Da war ich mir gestern abend schon unsicher, aber weil ich die Posts nicht mehr so genau kannte, konnte ich darauf nicht weiter eingehen. Wo denkst Du anders über Earl und Rich als Kessi?

Grundsätzlich reden Kessi und ich nämlich tatsächlich auch aneinander vorbei, weil sie glaubt, daß wir aneinander vorbeireden und ich nicht Fettes Grinsen . Deinem Post, Kessi, der mit diesem Satz anfängt, stimme ich völlig zu, deshalb frage ich mich, wo Du meinst, daß wir aneinander vorbei reden? Meine Ausführung zu Buch und Film bezogen sich vor allem auf Olivias Bemerkung, daß sie die Film- und Buch-Personen nicht mehr auseinanderhalten kann. Das war meine Begründung, warum man sie auseinander halten MUß. In erster Linie habe ich mich darauf bezogen, daß sie Ennis vorhandene Sexerfahrungen darauf zurückführt, daß er auch sonst ein draufgängerischer Typ ist. Und das ist er ja nur im Buch, nicht im Film, deshalb konnte mich das Argument nicht überzeugen. Im Gegenteil ist für mich die Argumentation, warum Ennis meiner Meinung nach noch keine Erfahrung hat, genau die, daß er sehr zurückhaltend und introvertiert ist und das ist er ja nur im Film.

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15.07.2010 15:26 lundi96 ist offline E-Mail an lundi96 senden Beiträge von lundi96 suchen Nehmen Sie lundi96 in Ihre Freundesliste auf

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@Lundi

Ich denke du hast sicherlich gemeint das man das Buch nur in dem Fall zu Rate ziehen kann in dem er mit dem Film konform geht, wird im Film der Charakter geändert kann man mit dem Buch nicht mehr argumentieren, wird ein Charakter nicht verändert dann schon...man muss gucken in wie weit das Buch zu Rate gezogen werden kann...da gehe ich mit dir 100% konform.
Was ich aber meinte war das man wenn man einen Charakter bewertet der in einer anderen Zeit und in einem anderen Land agiert dann kann man nicht von dem ausgehen was man selber in seiner Zeit als normal erlebt.
Hier liefert Annies "Verfilmt wurden" wichtige Hintergrundinformationen, die natürlich die Handlungen eines Charakters plausibler werden lassen. Man versteht so einfach besser warum derjenige etwas tut oder nicht.
Sicherlich kann man dem Film auch ohne diese Informationen verstehen und ihm folgen...es nimmt ja nun nicht jeder den Film so auseinander wie wir das hier machen Fettes Grinsen
15.07.2010 16:19 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

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Zitat:
Original von lundi96
Minza, ich sehe gerade nicht, was Du bei Earl und Rich anders siehst als Kessi und warum Du meinst, daß man da das Buch nicht hinzuziehen kann. Da war ich mir gestern abend schon unsicher, aber weil ich die Posts nicht mehr so genau kannte, konnte ich darauf nicht weiter eingehen. Wo denkst Du anders über Earl und Rich als Kessi?


Lundi, Kessi hatte das geschrieben:

Zitat:
@Minza
Annie schreibt:
Earl und Rich-Dad machte so seine Bemerkungen wenn er sie sah. Die beiden waren ein Witz obwohl sie ziemlich hartgesottene Typen waren
Selbst bei offensichtlich rauen Typen war die Vorstellung die die Menschen von ihnen hatten wenn sie wussten das zwischen ihnen was lief die einer Witzfigur. Und als solche hat Ennis sich einfach nicht gesehen...er fand einfach nicht das an ihm etwas witzig oder lächerlich wirkte.


Das kommt aber so im Film nicht vor, also kann man, wenn man nur vom Film ausgeht, nicht sagen, dass Ennis keine Witzfigur sein wollte...

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15.07.2010 17:14 Pfefferminza ist online E-Mail an Pfefferminza senden Beiträge von Pfefferminza suchen Nehmen Sie Pfefferminza in Ihre Freundesliste auf

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