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Zum Ende der Seite springen Wollte Jack wirklich ...
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Kessi Kessi ist weiblich
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@Lundi

Zitat:
aber die Twists, die ihre Ranch mit einem Mann und einer Frau bewirtschaften und arm sind, haben doch vermutlich eine Anzahl Rinder im einstelligen Bereich.


Wenn ein Rind 15$ eingebracht hat dann hätten sie bei 6 Rindern 90$ pro Jahr eingenommen (denn jede Kuh bekommt ja im Jahr nur ein Kälbchen), wobei man dabei noch berücksichtigen muss das ein Rind mindestens ein Bulle hätte sein müssen, der kein Kalb bekommen hätte und nicht alle Kälber auch tatsächlich überleben.

Jack sagt im Buch zu Ennis er habe beim Rodeoreiten im ganzen Jahr ganze 3000$ gemacht und wäre fast verhungert.
Wenn man diese 3000$ jetzt mal als absolutes Minimum annimmt, dann hätten die Twist eine Herde von mindestens 200 Tieren haben müssen um nicht zu verhungern.

Das ist jetzt aber in der Tat Spekulation ob sie die tatsächlich hatten. Im Gegensatz zu Jack hatten sie natürlich die Möglichkeit ihre Lebenshaltungskosten zu drücken.
So würde man wahrscheinlich auch mit einer Anzahl von um die 100 Rindern klar kommen.

Zitat:
Ich fütter auch täglich 6 Pferde, ich werfe die Silage in das große Heunetz und hänge noch 2 kleine dazu, das ist eine Minutensache.


Im Gegensatz zu den Twists lebst du FÜR deine Pferde, die Twists mussten aber VON ihren Rindern leben und wie du siehst war das Geld extrem knapp.
ICH denke, die werden wahrscheinlich Mais und Luzerne vom einem Farmer preiswert gekauft und die Silage selber gemacht haben.
Ich stelle mir den Arbeitsablauf von daher eher so vor:
Autoreifen runter, Plane hoch, Schaufel in die Hand, Silage auf den Hänger schaufeln, mit den Traktor zu den Tieren fahren, Schaufel wieder in die Hand und das ganze vom Hänger runter schaufeln.
Das gleiche noch mal mit dem Heu.
Klappe von Heuboden auf, Heugabel in die Hand nehmen, Stroh und Heu auf den Hänger der darunter steht werfen, wieder zu den Rindern fahren und das ganze mit der Heugabel wieder runter schaufeln.

Als Ennis zu den Twists fährt sind die Rinder so weit weg das er deren Zustand nicht erkennen kann, die standen also nicht auf einer Weide direkt hinter dem Haus. Vater Twist musste das Futter da also hinfahren und bei an die 100 Rinder ging das nicht mit der Schubkarre.
Er wird keine von den teuren Landmaschinen besessen haben, die LD verkauft hat. Der Traktor der den Hänger zog war wahrscheinlich klein und alt. Der alte Twist wird genau so häufig drunter gelegen haben wie Jack unter seinem Auto und viel hat er damit wohl nicht transportieren können also ist er wahrscheinlich mehrmals gefahren am Tag.
Wahrscheinlich besaß er auch noch einen Tank, der mit einem Schlauch vollgefüllt wurde und dann hat man ihn an den Traktor gehängt. Das Wasser dann zu den Rindern gebracht. Wenn Frost war, musste die Eisschicht auf dem Wasser wahrscheinlich auch noch mal aufgehackt werden.

Zitat:
Vielleicht im Winter in einem Stall, dann hat man mit Zäune flicken oder auch Ausbrechen über Winter gar nichts am Hut. A


Stallhaltung ist weniger aufwendig aber sie ist teurer. Man muss hier ja regelmäßig füttern während die Tiere draußen immer noch Futter finden, selbst im Winter. Und wenn man wenn man weniger zufüttern muss, dann spart man natürlich Geld, weil man weniger Futtermittel braucht.
Das Fleischrinder das ganze Jahr draußen sind, ist eigentlich nichts ungewöhnliches. Das sind relativ robuste Züchtungen die selbst strenge Kälte vertragen. Wieso sollte man da also einen Stall bauen der ja wieder Geld gekostet hätte.

Zitat:
Da ist mir von ständigem Ausbrechen nichts bekannt.


Naja man sollte den Zaun auch repariert haben bevor das passiert. Wahrscheinlich waren die in diesem Betrieb da mehr hinterher und die bei uns haben geschludert. Das ist ja auch permanent kritisiert wurden das die da nie hin geguckt und das erst repariert haben als das Kind schon in den Brunnen gefallen war.

Zitat:
Die Twists hatten Rinder und Schafe, wahrscheinlich auch noch Pferde.
Alles Vegetarier, da wird nichts gekocht.


Also meine Schwiegereltern haben keine Landwirtschaft in dem Sinne betrieben. Die Tiere waren für den eigenen Bedarf um die Lebenserhaltungskosten zu senken und natürlich um sich durch den Verkauf ein kleines Zubrot zu verdienen. Ansonsten hatten die ihre Jobs.
Die Twists waren arm, also werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu ihrem Eigenbedarf Tiere gehalten haben von denen sie sich ernähren konnten (Sie hatten doch Platz dafür auf der Ranch). Ob sie jetzt Schweine gehabt haben, weiß ich nicht. Das ist in Amerika weniger üblich als in Deutschland. Sie werden wahrscheinlich eher einen Ochsen geschlachtet haben oder ein Schaf. Aber ich glaube das sie auf jeden Fall Hühner hatten, der Eier wegen und auch für ein Huhn für die Suppe. An Stelle von Enten hatten sie wohl eher Truthähne. Die hat man dann an Thanksgiving und Weihnachten nicht kaufen müssen.
Wahrscheinlich hatten sie auch einen kleinen Garten und Mama Twist hat eingekocht und es lagen Kartoffeln im Keller.
Auf eine andere Art und Weise hätten sie bei einem so geringen Einkommen nicht überleben können. Von daher erscheint mir das sehr wahrscheinlich.

Zitat:
Einzig der Hund ist Fleischfresser, aber hierzulande wurden Hunde bevor es Fertigfutter gab mit dem Essen der Menschen gefüttert.


Natürlich kannst du für den Hund ein Kilo Gulasch mehr kaufen, damit der auch mit satt wird aber das ist doch viel teurer als das Fleisch von der Freibank das von notgeschlachteten Tieren stammt. Selbstverständlich hat der Hund auch Fleischabfälle bekommen. Knochen, Knorpel, Haut oder Wurst und Fleisch das für Menschen ungenießbar geworden war. Meine Schwiegermutter hatte immer Bratwürste die schlecht gestopft wurden sind. Die wurden immer mit in den Hundenapf geschnitten. Das hatte man aber nicht jeden Tag. Da der Hund aber jeden Tag Fleisch bekommen musste, dafür war eben das vorgekochte Freibankfleisch da.

Zitat:
außer natürlich drinnen oder bei Notfällen, wenn z.B. das Dach nach einem Sturm undicht geworden war


Natürlich würde man nicht bei Schnee und Eis auf dem Dach rumkriechen aber man kann natürlich die Balken vom Dachstuhl flicken oder die Bretter vom Heuboden erneuern oder den Traktor auseinander nehmen.
Das Gewehr reinigen, die Klappe vom Hühnerstall reparieren und nicht zu vergessen Holz hacken und heizen. Wenn man ein Grundstück hat, so meine Erfahrung, hat man einfach immer was zu tun.

Zitat:
Das Verhalten von Jack, wenn er angibt, finde ich ganz typisch für ihn. Er versucht ein bisschen, sich den üblichen Gepflogenheiten anzupassen und dazu gehört auch, sich männlich zu zeigen und damit anzugeben.


Das ist das gängige Männlichkeitsideal und Jack versucht dem zu entsprechen in dem er sich in einer Art und Weise darstellt wie er möchte das andere ihn so sehen.
Ich gebe dir Recht was die TATEN angeht...im Gegensatz zu Ennis der sich auch mit seinem Handeln einem bestimmten Bild von Männlichkeit unterwirft ist Jack das viel zu anstrengend.
Wenn ihm dieses Männlichkeitsideal aber nicht wichtig wäre, dann würde er auch nicht ständig mit irgendwas angeben müssen. Angeberei ist doch auch eine Form davon unbedingt etwas sein zu wollen, was man gar nicht ist.

Zitat:
Angs Beispiel mit dem Widerstand im Dritten Reich war doch nur EIN Beispiel für Menschen, die auf ihren Verstand hören. Es gibt genug andere, die es im Kleinen tun, ohne dass es öffentlich bekannt wird, aber dieser öffentlich bekannt gewordene Widerstand ist der Beweis dafür, dass es das gibt.


Bleiben wir bei dem Beispiel
Du hattest im dritten Reich Menschen im aktiven Widerstand, du hattest Menschen die passiv Widerstand geleistet haben in dem sie das Regime kritisch hinterfragt haben. Du hattest auf der anderen Seite fanatische Nazis und du hattest Menschen die zwar die Machenschaften der Nazis nicht uneingeschränkt gebilligt haben, mit ihnen aber sympathisierten weil sie patriotisch waren.
Und dann hast du die breite Masse, deren Focus nicht politisch war, die sich angepasst haben um in diesem bestehenden System in ihrem eigenen kleinen Kosmos ihr Leben zu führen.
Manchmal hinterfragt man Dinge auch einfach aus dem Grund nicht, weil man mit anderen Dingen beschäftigt ist die das eigene Leben stärker tangieren und dann nimmt man die ganzen Vorurteile so wie sie einem präsentiert werden, weil man alle andere zu anstrengend findet.

Wir können das Ganze auf diese Geschichte hier anwenden.
Ennis Vater gehörte zu den Menschen deren fanatischer Hass auf Homosexuelle sein Leben bestimmt hat. So sehr das er dafür getötet hat.
Es wird Menschen gegeben haben im gleichen Umfeld die sich massiv gegen diesen Hass gestellt haben, weil sie, so wie du, keine Grundlage für diesen Hass sehen. Die kommen in dieser Geschichte aber leider nicht vor.
Und dann gab es die breite Masse von Menschen die das alles nicht interessiert hat. Und dazu gehörten meiner Meinung nach die Twists. Deren Focus lag auf ihrer Ranch.
Ich sehe auch den alten Twist nicht als homophob. Er wird sicherlich die gängigen Vorurteile gehabt und auch öffentlich vertreten haben aber am Ende war es ihm egal wer mit wem was hatte. Ihn interessiert Ennis sexuelle Orientierung nicht, er ist sauer auf ihn weil er nicht mit auf die Ranch gekommen ist.
Egal was Ennis und Jack auf der Ranch seiner Eltern gemacht hätten, der alte Twist hätte darüber hinweg gesehen, weil die Ranch ihm einfach wichtiger gewesen wäre.
Alle seine Gedanken drehen sich um diese Ranch, alles andere ist ihm daneben einfach egal.
Das ist das Leben im eigenen Kosmos und das Anpassen an alles Weitere weil es einfacher ist das so zu handhaben.
Wenn Menschen fast verhungern, dann verändern sie nicht die Welt. Es sei denn es geht dabei um die Beseitigung der Ursachen ihrer Armut, aber das ist hier nicht der Fall.

Zitat:
Offensichtlich wollte sie aber, dass er dort etwas findet und wollte ihm Privatsphäre dafür geben, weil ihr klar war, dass das etwas Emotionales sein wird. Sie hat doch auch ganz selbstverständlich und nur mit einem wissenden Nicken die Hemden eingepackt.


Ich interpretiere diese Szene so:
Ennis kommt in das Haus und sagt zu Jacks Eltern das es ihm eine Ehre wäre Jacks letzten Wunsch zu erfüllen. Die Mutter von Jack merkt, das hier ein Mensch ist dem ihr Sohn etwas bedeutet hat. (Das Sexuelle ist hier völlig außen vor) Sie sieht einen Freund ihres Sohnes der um ihm trauert ganz genau wie sie und dessen Freundschaft so tief ist, das er ihrem Sohn den letzten Willen erfüllen will. Das findet sie edel von ihm. Sie mag Ennis also und darum bietet sie Kuchen an.
Jetzt fängt der alte Twist an, kaum das er Ennis Namen hört, Gift und Galle auf seinen Sohn zu spucken. Jacks Mutter will nicht das ihr Mann bei Ennis das Bild ihres Sohnes zerstört. Nun lebt Mama Twist aber in einem patriarchalischem System und aus dem Grund kann sie nicht energisch sagen, John jetzt hör aber auf, so war das doch gar nicht. Sie widerspricht indirekt in dem sie eine gegenteilige Geschichte erzählt in der Jack wieder der gute Sohn wird. Danach schickt sie ihn nach oben einmal damit Ennis nicht noch mehr negative Dinge über Jack zu hören bekommt und einmal weil sie ungestört mit ihrem Mann reden will...denn wenn sie allein sind, kann sie ja offener mit ihm reden. Im Buch wird ja auch geschrieben das Ennis hört wie die beiden unten leise miteinander sprechen.
Ennis findet die Hemden und nimmt sie an sich. Unten hält er sie ihr kurz entgegen. Sie sieht das er etwas aus dem Zimmer ihres Sohnes mitgenommen hat das er als Andenken gern behalten möchte und das er mit dieser Geste um ihr Einverständnis bittet. Sie ist damit einverstanden und aus dem Grund nickt sie und holt auch gleich eine Tüte um es Ennis einzupacken.
Dann sagt sie zu Ennis das er doch noch mal wieder kommen möge. Sie würde ihn einfach gern wieder sehen, weil sie ihn gern hatte.
08.12.2021 01:59 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

Kessi Kessi ist weiblich
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Ich schreibe hier doch bloß Blödsinn hin Rolleyes

Ich habe doch die Jungtiere vergessen.
Rinder sind ja erst nach 1,5 Jahren schlachtreif, also sind die im März bis Mai des laufenden Jahres geborenen Kälber ja auch noch mit dabei und bis November die Jungtiere die im Mai vom Vorjahr geboren wurden. Dann sind das definitiv mehrere hundert Tiere. Wobei ein Teil der Kälber möglicherweise auch noch von der Mutter versorgt wird. Aber die fressen natürlich auch schon Heu mit.
09.12.2021 00:00 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

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Sorry, aber ich habe hier den Überblick verloren, warum ihr jetzt so ausführlich über die Viehhaltung auf der Twist´schen Farm redet.
So ganz dunkel ist mir, dass dadurch die Menge an Arbeit aufgeführt werden sollte, weswegen sich niemand so genau um das Kind Jack kümmern konnte, geschweige denn seine Homosexualität realisieren konnte????
Das geht sicher, auch bei der Menge an anfallenden Arbeiten. Auch ich bin auf dem Land aufgewachsen, so ganz fern ist mir das Leben dort nicht, was ich aber jetzt nicht näher ausführen will.
Und wie gesagt, Frau Twist könnte auch trotz mangelnder Bildung mit klarem Menschenverstand gesegnet gewesen sein. Daher habe ich grundsätzlich eine andere Meinung über sie.
Aber vielleicht war das auch gar nicht die Frage...... Freude

Kessi, deine Zusammenfassung der Szene "Ennis bei Jacks Eltern" fand ich sehr gut. Deine Meinung ist dabei klar erkennbar, ich habe meine mal in rot ergänzt. Augenzwinkern

Zitat:
Original von Kessi

Ich interpretiere diese Szene so:
Ennis kommt in das Haus und sagt zu Jacks Eltern das es ihm eine Ehre wäre Jacks letzten Wunsch zu erfüllen. Die Mutter von Jack merkt, das hier ein Mensch ist dem ihr Sohn etwas bedeutet hat. (Das Sexuelle ist hier völlig außen vor) Und sie sieht einen Menschen, der Jack, von dem sie weiß, dass er schwul war, viel bedeutet hat. Ein Gedanke an Sex ist da nicht zwingend. Sie sieht einen Freund ihres Sohnes der um ihm trauert ganz genau wie sie und dessen Freundschaft (oder Liebe) so tief ist, das er ihrem Sohn den letzten Willen erfüllen will. Das findet sie edel von ihm. Sie mag Ennis also (wegen seines Edelmuts und auch weil sie ahnt, dass Jack und er sich geliebt haben) und darum bietet sie Kuchen an.
Jetzt fängt der alte Twist an, kaum das er Ennis Namen hört, Gift und Galle auf seinen Sohn zu spucken. Jacks Mutter will nicht das ihr Mann bei Ennis das Bild ihres Sohnes zerstört. Nun lebt Mama Twist aber in einem patriarchalischem System und aus dem Grund kann sie nicht energisch sagen, John jetzt hör aber auf, so war das doch gar nicht. Sie widerspricht indirekt in dem sie eine gegenteilige Geschichte erzählt in der Jack wieder der gute Sohn wird. Danach schickt sie ihn nach oben einmal damit Ennis nicht noch mehr negative Dinge über Jack zu hören bekommt (und weil sie Ennis einen Raum für seine Trauer geben will, wo er Jack nahe sein kann) und einmal weil sie ungestört mit ihrem Mann reden will...denn wenn sie allein sind, kann sie ja offener mit ihm reden. Im Buch wird ja auch geschrieben das Ennis hört wie die beiden unten leise miteinander sprechen.Worüber sie gesprochen haben wird nicht erwähnt. Vielleicht plaudert Frau Twist auch nur ein wenig um ihren Mann abzulenken. Oder sie reden über Alltägliches. Die Rinderpreise oder so....
Ennis findet die Hemden und nimmt sie an sich. Unten hält er sie ihr kurz entgegen. Sie sieht das er etwas (ich denke, sie erkennt die Hemden und ahnt ihre Bedeutung) aus dem Zimmer ihres Sohnes mitgenommen hat das er als Andenken gern behalten möchte und das er mit dieser Geste um ihr Einverständnis bittet. Sie ist damit einverstanden und aus dem Grund nickt sie (möglich, aber vielleicht nickt sie, weil sie zufrieden ist, dass Ennis die Hemden gefunden hat. Dazu neige ich eher.) und holt auch gleich eine Tüte um es Ennis einzupacken.
Dann sagt sie zu Ennis das er doch noch mal wieder kommen möge. Sie würde ihn einfach gern wieder sehen, weil sie ihn gern hatte.
09.12.2021 18:35 AngLee ist offline E-Mail an AngLee senden Beiträge von AngLee suchen Nehmen Sie AngLee in Ihre Freundesliste auf

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@Ang

Das hat sich, denke ich, ein bisschen verselbständigt.
Im Kern ging es darum das jeder Mensch in seinem Leben auf etwas anderes fokussiert ist und man sich aus diesem Grund mit anderen Themen wenig oder gar nicht auseinander setzt weil das für einen Entscheidende im Leben so viel Raum einnimmt das für etwas Anderes kein Platz mehr ist.

Auch im Dritten Reich hat die überwiegende Mehrheit der Menschen eben nicht ihren gesunden Menschenverstand benutzt um einen Jahrhunderte währenden Antisemitismus zu hinterfragen. Dann wenn sie das gemacht hätten, dann hätte es das dritte Reich überhaupt nicht gegeben, denn Hitler ist ja gewählt wurden.

Und wenn die Menschen in Ennis und Jacks Umgebung ihren gesunden Menschenverstand benutzt und ihre Homophobie hinterfragt hätten, dann hätten wir hier keine Geschichte über die wir diskutieren könnten. Das Buch/der Film existieren ja nur weil das gesamte Umfeld der Beiden das eben nicht getan hat.

Zitat:
Und wie gesagt, Frau Twist könnte auch trotz mangelnder Bildung mit klarem Menschenverstand gesegnet gewesen sein.


Natürlich könnte sie das gemacht haben aber da die Mehrheit der Menschen in ihrer Umgebung das nicht gemacht haben ist die Wahrscheinlichkeit größer das sie das auch nicht getan hat.

Sie war gläubige Pfingstchristin und ihre Religion wird ihre Meinung geprägt haben, das kommt noch mit hinzu.

Und nicht zu vergessen ist, das Annie in "Verfilmt werden" selber schreibt das BEIDE Protagonisten Schwulenhasser waren.
Wenn Mama Twist mit gesundem Menschenverstand zu der Ansicht gekommen wäre, Homosexualität wäre okay, dann hätte sie ihrem Sohn etwas anderes beigebracht...der alte Twist hatte ja so gut wie keinen Einfluss auf Jack, der war ja wegen der Szene mit der Toilette draußen.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Kessi: 11.12.2021 02:25.

11.12.2021 02:17 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

AngLee Super Moderator AngLee ist weiblich


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Zitat:
Original von Kessi
Auch im Dritten Reich hat die überwiegende Mehrheit der Menschen eben nicht ihren gesunden Menschenverstand benutzt um einen Jahrhunderte währenden Antisemitismus zu hinterfragen. Dann wenn sie das gemacht hätten, dann hätte es das dritte Reich überhaupt nicht gegeben, denn Hitler ist ja gewählt wurden.

Und wenn die Menschen in Ennis und Jacks Umgebung ihren gesunden Menschenverstand benutzt und ihre Homophobie hinterfragt hätten, dann hätten wir hier keine Geschichte über die wir diskutieren könnten. Das Buch/der Film existieren ja nur weil das gesamte Umfeld der Beiden das eben nicht getan hat.

Kessi, ich glaube ich erkenne, wo unser Missverständnis liegt. Den gesunden Menschenverstand einsetzen heißt nicht zwingend, dass man versucht etwas gesellschaftlich zu verändern, dass man also handelt. Ansonsten könnte man ja auch sagen, dass nur wenige in der DDR ihren gesunden Menschenverstand eingesetzt hätten, nämlich die, welche dann Konsequenzen zu spüren bekommen haben. Auch im Dritten Reich gab es viele Menschen, die ihre jüdischen Nachbarn/Freunde nicht plötzlich als Abschaum bzw. Feinde gesehen haben sondern ihnen weiterhin freundschaftlich gesinnt blieben, ihnen gar auf irgendeine Weise geholfen haben ohne dass es auffiel und ohne dass sie versucht hätten das faschistische System zu ändern, weil sie z.B. Angst hatten.

Das gleiche gilt auch für gläubige Menschen. Glauben bedeutet nicht automatisch, dass man alles gut heißt, was der Pfarrer predigt, wie er die Bibel auslegt, sondern viele machen sich durchaus ihre eigenen Gedanken ohne gleich die Kirche zu revolutionieren. Das äußert sich dann z.B. nur im Kleinen, indem man ganz einfach sein Kind trotz allem liebt. Dazu zähle ich Frau Twist und ich kann mir gut vorstellen, dass niemand sonst in der Gemeinde etwas von Jacks Homosexualität wusste.
11.12.2021 11:14 AngLee ist offline E-Mail an AngLee senden Beiträge von AngLee suchen Nehmen Sie AngLee in Ihre Freundesliste auf

Kessi Kessi ist weiblich
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@Ang

Zitat:
Auch im Dritten Reich gab es viele Menschen, die ihre jüdischen Nachbarn/Freunde nicht plötzlich als Abschaum bzw. Feinde gesehen haben


Aber selbstverständlich. Das habe ich hier doch schon mehrfach als Argument angeführt. Es ist etwas anderes wenn du jemanden persönlich kennst und dein Kind bleibt immer dein Kind, selbst dann wenn es ein Massenmörder wäre.

Das heißt aber nicht das du das prinzipiell billigst was jemand tut aber ein Mensch besteht nicht nur aus einer einzigen Sache. Ich habe ja häufig von den Rechten in meinen Dorf geschrieben. Viele davon waren schon als Kinder bei mir zu Hause, als Freunde meiner Tochter oder als Freunde der Kinder von Freunden, ich mag die meisten von denen, das heißt aber nicht das ich auch nur im Entferntesten deren Ansichten teile.
Mein russisches Gastkind hat seinerzeit mit den Rechten aus unserem Dorf Silvester gefeiert und die hätten nicht netter zu ihr sein können.
Ein nicht gerade kleiner Teil von Menschen in meinem Umfeld die prinzipiell eher fremdenfeindlich sind mögen dennoch einzelne Migranten, einfach weil sie dessen andere Eigenschaften kennen und dann sagen ja DER, der ist ja nicht SO.

Wenn man natürlich so einen Hass gehabt hat wie Ennis Vater, dann wäre so was außen vor, der hätte selbst bei seinem eigenen Sohn nie darüber hinwegsehen können das der schwul ist.
Und ein fanatischer Nazis hätte sich auch nie im Leben mit seinem jüdischen Nachbarn angefreundet.
Und ein extremer Linker hätte wahrscheinlich auch keine Rechten in seinem Freundeskreis gedudelt.

Es kommt immer auf den Focus an den verschiedene Menschen haben, Der Focus der Twists lag auf ihrer Ranch. SIE haben einen Menschen primär danach bewertet ob er ihnen auf der Ranch mit geholfen hat oder nicht. Ennis und Jack wären von dem alten Twist wahrscheinlich nicht halb so für ihre Homosexualität verachtet wurden wie sie dafür verachtet wurden sind das sie ihm nicht unterstützt haben.

Das heißt aber trotz allem nicht das sie nicht prinzipiell homophob (oder wahlweise antisemitisch) eingestellt hätten sein können.
Das heißt auch nicht das sie bestimmte Regelungen und Gesetze gegen diese Gruppe von Menschen nicht mitgetragen oder sogar als richtig befunden hätten.

Diese Einstellung begegnet mir im Punkto Ausländerfeindlichkeit so gut wie jeden Tag.
Die Meinung der Menschen basiert meist auf Vorurteilen. Das negative das die Leute erleben ist in der Regel das sichtbare. Leider auch das was die Berichterstattung der Medien primär bestimmt.
Das positive bleibt meist unsichtbar.
Wenn man sich begegnet stellt man meist fest, das nicht bei jedem diese Vorurteile stimmen.
Man erkennt plötzlich das diese Menschen hier hart und fleißig arbeiten, sich versuchen zu integrieren und relativ gut deutsch sprechen bzw. alles dafür tun es zu lernen.
...und es bringt die Leute regelrecht auf die Palme wenn ausgerechnet der jetzt abgeschoben wird oder Diskriminierung erfährt, während die ganzen anderen, von denen man immer denkt das sie nur die Sozialsysteme schröpfen, sich weigern die Sprache zu lernen und sich keine Spur an unsere Gesellschaft anpassen hier bleiben dürfen.
Du kannst den Leuten lange erzählen das der Rest höchstwahrscheinlich ganz genau so sind wie der Mensch den sie kennen und diejenigen die in der sozialen Hängematte liegen und sich an keine einzige Regel halten, die Minderheit sind.
Aber natürlich gibt es diese Menschen, es gibt die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, es gibt islamistischen Terror, es gibt die Ehrenmorde und die Genitalverstümmelungen und die Homophobie der Menschen die aus arabischen Ländern oder Osteuropa oder Afrika zu uns kommen.
So einfach wie ihr das mit dem gesunden Menschenverstand begründet, sehe ich das nicht. Die Dinge sind extrem komplex und sie wirklich zu verstehen ist kompliziert.

Möglicherweise hätte der alte Twist Ennis und Jack akzeptiert weil sie in seinen Augen Männer waren, die auf der Ranch mit anpackten, die Ahnung davon hatten, wussten wie man einen Zaun reparierte und wie man ein Kalb mit dem Lasso einfing.
Ich denke aber beim Anblick von Balletttänzern im Fernsehen wäre ihm genau so der Hut hoch gegangen wie meinem Großonkel seinerzeit (übrigens die gleiche Generation wie Papa Twist) Der meinte das wären keine Männer und die sollten sich mal besser eine anständige Arbeit suchen.
Und sicherlich hätte Mama Twist eine Liebesbeziehung ihre Sohnes mit dem netten Ennis akzeptieren können aber das was Jack so in Mexiko gemacht hat, das hätte wohl weniger ihre Billigung erhalten.
Da aber leider das gängige Bild von Homosexualität der damaligen Zeit der Balletttänzer oder der Mann mit den ständig wechselnden Sexualkontakten war, glaube ich kaum das weder der alte Twist noch Mama Twist das akzeptiert hätten.

Zitat:
Das gleiche gilt auch für gläubige Menschen. Glauben bedeutet nicht automatisch, dass man alles gut heißt, was der Pfarrer predigt, wie er die Bibel auslegt, sondern viele machen sich durchaus ihre eigenen Gedanken ohne gleich die Kirche zu revolutionieren.


Als meine Tochter aus dem USA zurück kam, meinte sie in einem Gespräch mit mir mal, wenn sie in den USA leben würde, dann wäre sie wahrscheinlich nicht religiös. Sie meinte das wäre dort wie Sekte gewesen, die Leute haben die Bibel wortwörtlich genommen. Kein Sex vor der Ehe, Keuchheitsgelübte, sexuelle Aufklärung bestand im Hauptinhalt aus Enthaltsamkeit. Sie hatte eine Freundin die meinte den ersten Kuss den sie einem Mann gibt ist vor dem Altar.
Zwischen den USA und uns gibt es insbesondere auf dem Gebiet der Religion gewaltige kulturelle Unterschiede. Das war noch nicht mal bei meinem russischen oder chinesischen Gastkind SO dermaßen krass.
Jacks Mutter war gläubige Pfingstchristin. Die Pfingstchristen glauben ja daran das der heilige Geist über sie kommt und sie plötzlich in fremden Sprachen miteinander kommunizieren können. Könnte man jetzt genau genommen mit dem gesunden Menschenverstand auch hinterfragen.
12.12.2021 15:20 Kessi ist offline E-Mail an Kessi senden Beiträge von Kessi suchen Nehmen Sie Kessi in Ihre Freundesliste auf

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